Ö1 Radiokolleg „Recht auf Stadt“ – Initiativen zur Wiederaneignung urbaner Räume

4-teilige Sendereihe des österreichischen Radiosenders Ö1 (ORF.at)

Teil 1:

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.
[Download]

Teil 2:

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.
[Download]

Teil 3:

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.
[Download]

Teil 4:

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.
[Download]

Text zur Sendung von der ORF-Website:

Als der französische Soziologe Henri Lefebvre im Jahr 1968 seine Forderung nach einem „Recht auf Stadt“ erhob, wusste er noch nicht, dass er damit um 2000 den Schlüsselbegriff für neue städtische Protestbewegungen weltweit liefern sollte.

Vor dem Hintergrund der damals spürbar werdenden Fehlentwicklungen des funktionalen Städtebaus in Frankreich, der mit der Förderung von „Wohnghettos“ in den Banlieues massive Verdrängungs- und Entfremdungseffekte erzeugt hatte, formulierte Lefebvre das „Recht auf Stadt“ als ein „Recht auf Nichtausschluss“ von den Qualitäten und Ressourcen der urbanisierten Gesellschaft – und als ein Recht auf Teilhabe an den politischen Debatten über die künftige Entwicklung der Stadt.

Der Kampf um bezahlbaren Wohnraum

Seit den späten 1990er Jahren gewinnen seine Überlegungen unter den veränderten Vorzeichen neoliberaler Stadtentwicklung und dank der Finanzkrise neue Virulenz.

Verdrängung betrifft heute nicht länger nur mehr traditionell ausgegrenzte und benachteiligte Gruppen, sondern zunehmend auch vergleichsweise privilegierte Stadtbewohner/innen, die sich das Leben in gentrifizierten Innenstädten nicht mehr leisten können.

Initiativen wie das Hamburger Netzwerk „Recht auf Stadt“, aber auch zahlreiche Bewegungen in anderen Städten erproben daher neue Allianzen und Protestformen im Kampf um bezahlbaren Wohnraum, nichtkommerzielle Freiräume, die Erhaltung öffentlicher Grünflächen und die Ermöglichung demokratischer Mitgestaltung für alle.

Literatur & Links:
David Harvey, Rebellische Städte. Vom Recht auf Stadt zur urbanen Revolution, Suhrkamp 2013
Andrej Holm, Dirk Gebhardt (Hg.), Initiativen für ein Recht auf Stadt. Theorie und Praxis städtischer Aneignungen, VSA Verlag 2011
Andrej Holm, Wir bleiben Alle! Gentrifizierung – Städtische Konflikte um Aufwertung und Verdrängung, Unrast-Verlag 2010
Christoph Twickel. Gentrifidingsbums oder Eine Stadt für alle, Edition Nautilus 2010
Klaus Ronneberger, Das Recht auf Stadt. Geschichte einer Parole, in: Jungle World Nr. 26 (30. Juni 2011)
„dérive“ Nr. 49 (2012), Schwerpunktthema „Stadt selber machen“
Hamburger Netzwerk „Recht auf Stadt“
Right to the City Alliance
Gentrification Blog des Stadtsoziologen Andrej Holm
Initiative Esso Häuser (Hamburg)
Kotti und Co. – Die Mietergemeinschaft am Kottbusser Tor (Berlin)
Bündnis Wilder Wohnen (Wien)
Initiative Stadt Neudenken (Berlin)
ExRotaprint (Berlin)
SoliLa! Solidarisch Landwirtschaften (Wien)
Projekt „Einfach – Mehrfach“ (MA 18, Wien)
Park Fiction (Hamburg)
Film „Empire St. Pauli“ (Hamburg)

Dieser Beitrag wurde unter Mieten, Multimedia veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.